Willkommen bei der Frankfurt Foundation Quality of Medicines
Arzneimittel leisten tagtäglich einen entscheidenden Beitrag, um Erkrankungen – vor allem auch schwerwiegende – zu heilen bzw. Beschwerden zu lindern, die Lebenserwartung von Patienten zu verlängern und deren Lebensqualität zu verbessern. Neben hohen Erwartungen an die Wirksamkeit und Sicherheit der Medikamente kommt vor allem auch der Qualität der Arzneimittel ein hoher Stellenwert im Hinblick auf die Patientenversorgung zu.
Die Frankfurt Foundation Quality of Medicines (FFQM) engagiert sich für die Förderung von Forschungsaktivitäten, die dazu beitragen, die Qualität von Arzneimitteln in Deutschland optimal zu sichern und ggf. weiter zu verbessern, auch wenn die Herstellung außerhalb des Landes erfolgt. Zentrales Anliegen ist dabei die Erforschung neuer Verfahren sowie die Implementierung innovativer Technologien und Standardisierungsansätze inklusive der kritischen Bewertung von Qualitätssicherungskonzepten.
Aktuelle Informationen
4. August 2026 · Veranstaltungen
Expertentreffen „Arzneimittelanalytik – Status quo und Perspektive(n): Small Molecules, Biotech Products & Nanomedicines“
Am 16. Juli 2026 kamen am Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP) in Frankfurt am Main Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie und Behörden zum Expertentreffen „Arzneimittelanalytik – Status quo und Perspektive(n): Small Molecules, Biotech Products & Nanomedicines“ zusammen. Die Veranstaltung wurde vom House of Pharma & Healthcare und der Frankfurt Foundation Quality of Medicines ausgerichtet. Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz und Prof. Dr. Henning Blume eröffneten das Treffen im Namen der beiden Institutionen. Diskutiert wurden aktuelle analytische und regulatorische Herausforderungen für die Qualitätssicherung von Fertigarzneimitteln über ihren gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Im Mittelpunkt stand die zentrale Frage, wie die Arzneimittelanalytik auch künftig Qualität, Sicherheit und Vertrauen bei zunehmend komplexen Produkten, Herstellungsprozessen und Datenmengen gewährleisten kann.
Hochauflösende Massenspektrometrie und weitere moderne Verfahren ermöglichen eine immer präzisere Charakterisierung der Molekülstruktur auch bei sehr komplexen Arzneimitteln wie Biologika und Nanomedicines. Mit den wachsenden analytischen Möglichkeiten entsteht jedoch ein Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und regulatorischer Einordnung. Was technisch möglich ist, muss nicht automatisch für die Qualitätssicherung relevant sein. Zugleich reichen etablierte regulatorische Anforderungen möglicherweise nicht aus, um alle neuen Risiken bei diesen komplexen Produktklassen angemessen zu erfassen.
Unter der Moderation von Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz und Prof. Dr. Stefanie Kaiser diskutierten die Teilnehmer aus Hochschulen, von Arzneimittelhersteller und Behörden, wie den künftigen Möglichkeiten und Herausforderungen der Arzneimittelanalytik begegnet werden kann.
In Vorbereitung ist das Statement „Arzneimittelanalytik – Grundpfeiler der Qualitätskontrolle“, das die wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen sowie daraus abgeleitete Vorschläge und Forderungen der Expertenrunde zusammenfasst. Die Abstimmung mit den Teilnehmern des Treffens findet derzeit statt.
24. Juli 2026 · Förderprojekte
Projekt „Untargeted Profiling of Protein Pharmaceuticals“ erfolgreich abgeschlossen
Wir gratulieren Frau Yipei Yang zur erfolgreichen Bearbeitung des Projekts „Untargeted Profiling of Protein Pharmaceuticals: Simultaneous Determination of Identity, Protein Damage, as well as unknown By-products and Adulterations“, das von der Frankfurt Foundation Quality of Medicines (FFQM) gefördert wurde. Die Arbeit hat sie im Rahmen ihrer Master- und anschließender Promotionsarbeit in der Arbeitsgruppe von Prof. Monika Pischetsrieder, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt.
Mit einem optimierten nicht-zielgerichteten LC-MS/MS-basierten Proteinprofilierungs-Workflow für das Proteinarzneimittel Filgrastim hat sie eine Methode entwickelt, welche die gleichzeitige Bestimmung der Proteinidentität sowie die Detektion von Proteinmodifikationen und -schäden ermöglicht. Durch ergänzende Stresstests konnte sie zeigen, dass der Workflow oxidative, glykative und deamidierungsbedingte Veränderungen zuverlässig nachweist und damit für die Qualitätskontrolle geeignet ist. Die erreichte vollständige Sequenzabdeckung erlaubte zudem die Erkennung von Mikroheterogenitäten, die für die Wirksamkeit von Proteinarzneimitteln relevant sein können.
Durch die Optimierung der Datenanalyse – insbesondere der PTM-Datenbanken und der Auswerteparameter – konnte die Zahl falsch-positiver Modifikationszuordnungen deutlich reduziert und die Zuverlässigkeit der Analytik erhöht werden.
Die Ergebnisse belegen, dass der entwickelte Workflow sowohl ausgeprägte als auch gering ausgeprägte Proteinveränderungen sicher erfassen kann. Aufbauend darauf wird die Methode derzeit zur Untersuchung potenzieller Verunreinigungen und Verfälschungen von Filgrastim-Präparaten erweitert und soll künftig auch auf weitere Proteinarzneimitteln übertragen werden.
17. Juli 2026 · Preise und Ehrungen
Lifetime Achievement Award an Dr. Joachim Ermer verliehen
Mit diesem Preis würdigt die Frankfurt Foundation Quality of Medicines (FFQM) die außergewöhnlichen Leistungen von Dr. Joachim Ermer auf dem Gebiet der pharmazeutischen Analytik und seine herausragenden Beiträge zur Verbesserung der Qualität und Wirksamkeit von Arzneimitteln.
Die Preisverleihung fand im Rahmen des Expertentreffens „Arzneimittelanalytik – Status Quo und Perspektive(n): Small Molecules, Biotech Products & Nanomedicines“ am 16. Juli 2026 im Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP in Frankfurt/Main statt, einer gemeinsamen Veranstaltung des House of Pharma und der FFQM.
Der studierte Biochemiker Joachim Ermer ist ein ausgewiesener und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Arzneimittelanalytik. Prof. Hermann Wätzig, TU Braunschweig und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der FFQM, hob in seiner Laudatio die wichtigen Beiträge von Dr. Ermer auf diesem Gebiet hervor. Während seiner Laufbahn in der pharmazeutischen Industrie, Eintritt bei der Hoechst AG als Laborleiter bis zuletzt bei Sanofi, gewann er seine Expertise in Validierung und Statistik. Er beschäftigte sich mit generellen Konzepten zur Methodenentwicklung und Validierung und harmonisierte weltweit Methoden im Unternehmen und bald darauf auch konzernübergreifend global. In dieser Zeit wurde er Experte bei der USP (US Pharmacopeia) und der EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations) und nahm in beiden Positionen am ICH-Prozess (International Council for Harmonisation) teil. Einige der heute weltweit anerkannten ICH-Richtlinien tragen seine Handschrift. Die Qualität von Arzneimitteln, Strategien zur Methodenentwicklung, Validierungskonzepte und das Life Cycle Management, wie wir es heute kennen, wurden maßgeblich von ihm mitgeprägt.
Mit dem Festvortrag „Analytik ist nicht alles – aber ohne Analytik ist alles nichts“ zeichnete Prof. Dieter Steinhilber, Goethe-Universität Frankfurt, kurzweilig und anschaulich die Bedeutung des Fachs für die Qualität von Arzneimitten nach.
Die Teilnehmer des Expertentreffens gratulierten Dr. Ermer nach der Überreichung des Gömböc, der Skulptur, die traditionell als sichtbares Zeichen für den Lifetime Achievement Award der FFQM verliehen wird, zu dieser verdienten Ehrung.
Die Frankfurt Foundation Quality of Medicines gratuliert Dr. Ermer und freut sich, mit ihm einen herausragenden Repräsentanten der industriellen Pharmaqualitätskontrolle auszeichnen zu können.
4. Juni 2026 · Aktuelles und Nachrichten
RMU Award for Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies 2026 der Frankfurt Foundation Quality of Medicines ausgeschrieben
Es ist wieder so weit. Der von der Frankfurt Foundation Quality of Medicines (FFQM) initiierte und gestiftete „RMU Award for Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies“ ist zum zweiten Mal von den Rhein-Main-Universitäten (RMU) ausgeschrieben worden.
Der Preis wird von den RMU und der FFQM an herausragende Nachwuchswissenschaftler in deren früher Karrierephase vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Stiftung direkt zur Verfügung gestellt.
Die Bewerbungsunterlagen sind in elektronischer Form per E-Mail einzureichen an: gs@rhein-main-universitaeten.de
Bewerbungsfrist: 15.08.2026
Informationen zum Bewerbungsverfahren sind in der beiliegenden Ausschreibung aufgeführt: RMU Pharma Award_Ausschreibung 2026
Weitere Informationen: https://www.rhein-main-universitaeten.de/rmu-awards
29. Mai 2026 · Preise und Ehrungen
Pearls of Bioeqivalence and Biopharmaceutics Award 2026 verliehen
Von der Innovation zum Patientennutzen: Prof. Werner Weitschies erhält den EUFEPS/FFQM Pearls of Bioequivalence & Biopharmaceutics Award für die Entwicklung der EsoCap-Technologie
Wir gratulieren Professor Werner Weitschies, Institut für Pharmazie, Center of Drug Absorption and Transport – Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie, Universität Greifswald, der diesjähriger Preisträger des Pearls of Bioequivalence and Biopharmaceutics Award ist. Der Preis wird gemeinsam von der Frankfurt Foundation Quality of Medicines (FFQM) und der European Federation for Pharmaceutical Sciences (EUFEPS) vergeben. Ausgezeichnet wurde das Projekt von Prof. Weitschies: “From innovation to impact: the first drug delivery system for local treatment of the esophagus”. Die Entwicklung der EsoCap-Systems ist eine wegweisende Innovation für die lokale Behandlung von Erkrankungen der Speiseröhre.
Das EsoCap-System wurde in der Arbeitsgruppe von Prof. Weitschies an der Universität Greifswald konzipiert und patentiert und stellt die weltweit erste klinisch validierte Plattformtechnologie für die gezielte lokale Arzneimitteltherapie der Speiseröhre dar. Damit wurde erstmals ein Ansatz geschaffen, der eine kontrollierte lokale Arzneimitteltherapie der Speiseröhre ermöglicht.
Der Preis für 2026 wurde im Rahmen des “JOINT EUFEPS – SITELF MEETING, NAPLES 2026: „Advances in pharmaceutical sciences” am 29. May in Neapel durch den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Professor Henning Blume und den EUFEPS Präsidenten, Professor Giuseppe De Rosa, verliehen.
29. April 2026 · Preise und Ehrungen
Zrinka Duvnjak mit dem Hans-Günter-Schäfer-Wissenschaftspreis 2026 ausgezeichnet
Diesjährige Preisträgerin des Hans-Günter-Schäfer-Wissenschaftspreises ist Frau Zrinka Duvnjak. Sie befindet sich im letzten Jahr ihres Promotionsstudiums im Bereich Pharmakometrie an der Freien Universität Berlin, Abteilung für Klinische Pharmazie und Biochemie und wurde für die Veröffentlichung „Physiolocically Motivated Sequential Population Modeling of Albumin Trends and Vedolizumab Pharmacokinetics for Pregnancy Dosing Regimen Optimization” (Clin. Pharmacol. & Therapeutics, doi:10.1002/cpt.70145) ausgezeichnet. Diese Studie verbessert am Beispiel von Vedolizumab das quantitative Verständnis der Pharmakokinetik monoklonaler Antikörper in der Schwangerschaft mit potenzieller Anwendbarkeit auf andere Biologika und liefert optimierte Dosierungsstrategien in Form eines nomogrammartigen Diagramms, um das Risiko unerwünschter Schwangerschaftsausgänge zu mindern.
Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird von der Frankfurter Foundation Quality of Medicines (FFQM) gesponsert. Die Stiftung gratuliert der Preisträgerin und wünscht ihr weiterhin viel Erfolg bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Die Preisverleihung fand am 25. April im Rahmen des PKPD-Expertentreffens in Weimar statt, das von der Arbeitsgemeinschaft für angewandte Humanpharmakologie (AGAH) organisiert wird.